céline vahsen

Céline Vahsen ist eine in Brüssel lebende bildende Künstlerin, die Textilien als ihr primäres Medium verwendet. Ausgebildet an La Cambre und an verschiedenen Orten in Europa, wurzelt ihre Praxis in traditionellen Techniken wie dem Weben und dem natürlichen Färben, die sie in einen zeitgenössischen Kontext überführt.

Mit einem zutiefst persönlichen Ansatz setzt sich die Künstlerin mit Techniken auseinander, die in überlieferten textilen Praktiken verankert sind. Natürliche Färbeverfahren und vorindustrielle Webtechniken dienen dabei sowohl als Ausgangspunkt als auch als kritischer Dialog mit der zeitgenössischen Stoffproduktion.

Indem sie dieses Erbe in den Bereich der zeitgenössischen Kunst überträgt, schafft sie Werke, die – wie alle Textilien – Geschichten in ihrer Materialität tragen: Sie vermitteln Erzählungen, bewahren Erinnerungen und machen verborgene Emotionen sichtbar.

Unter Verwendung von Restgarnen aus den britischen Webereien von Scabal konstruiert sie Bilder direkt im Gewebe. Natürlich gefärbte Fäden werden rhythmisch, Zeile für Zeile, durch wiederholte Gesten zwischen Vergangenheit und Zukunft aufgebaut.

Anstatt Farbe auf eine Oberfläche aufzutragen, entsteht die Farbigkeit von innen heraus, während sich verflochtene Farbtöne über die Komposition entfalten und ausstrahlen. Diese gewebten Fragmente werden zusammengenäht und bilden bildhafte Motive, die nach dem Aufspannen auf einen Rahmen die Leinwand zugleich als Medium und Motiv behaupten – emanzipiert als werkähnliche Malerei. Durch diesen Akt des Aufspannens betont die Künstlerin die Autonomie des Textils, verweist auf dessen Bedeutung innerhalb der modernistischen Abstraktion und hinterfragt zugleich traditionelle Hierarchien zwischen Kunsthandwerk und bildender Kunst. Indem sie den Faden sowohl zur Oberfläche als auch zum Bild macht, stellt sie letztlich die Natur der Repräsentation selbst infrage.

https://celinevahsen.com

ENTDECKE DAS STUDIO